[한국어]    [English]    [Deutsch]      

  Erfolg für die koreanischen Frauen bei den Kommunal- und Regionalwahlen - 20 Jahre Frauenförderung durch das Center for Korean Women and Politics – Berichtstagung und Sondervorträge durch deutsche Politikerinnen
Dr. Son Bong-Scuk, Präsidentin von CKWP, eröffnet den Workshop und
die Berichtstagung über die Ergebnisse weiblicher Kandidaten bei
den Lokal- und Regionalwahlen vom Juni 2010

Geprägt durch die traditionelle koreanische Gesellschaftsordnung, hat sich die Beteiligung von Frauen an der koreanischen Politik erst langsam erhöht. Die diesjährigen Kommunal- und Regionalwahlen am 2. Juni haben diesen Trend bestätigt. Mit 19,1 Prozent aller gewählten Kandidaten haben sie den höchsten Anteil an Kandidatinnen seit Einführung der Kommunalwahlen 1991 einreicht. Ausgehend von mageren 0,9 Prozent im Jahr 1991, einem Anteil sich bis 2002 nur auf 3,19 Prozent erhöhte, haben die letzen und diese Kommunalwahlen jeweils einen kräftigen Schub ergeben (s. Tabelle).

Kandidatinnen Gesamtzahl der Kandidaten Kandidatinnen in Prozent Gewählte Kandidatinnen Gewählte Insgesamt Kandidatinnen in Prozent
1991 186 13004 1.4 48 5161 0.9
1995 252 10168 1.81 128 5756 2.2
1998 185 10168 1.91 97 4450 2.17
2002 394 10870 3.62 142 4439 3.19
2006 1411 12213 11.6 529 3967 13.7
2010 1643 9665 17.0 745 3893 19.1
Tabelle: Das Abschneiden weiblicher Kandidaten bei den Kommunal- und Regionalwahlen in Südkorea 1991-2010
Quelle: Center for Korean Women and Politics

Allerdings sind die Ämter der Oberbürgermeister, bei denen keine Frau gewann, und der Landräte und Bezirksbürgermeister, bei denen nur 6 von 228 Posten an Frauen gingen, noch immer Männerdomänen. Immerhin hat es inzwischen in Korea schon eine Parteivorsitzende der Mehrheitspartei GNP und eine Ministerpräsidentin (unter Präsident Roh Moo-Hyun) gegeben und beide gelten jetzt als aussichtsreiche möglcihe Kandidatinnen für die nächste Präsidentschaft.

Seit seiner Gründung vor 20 Jahren setzt sich das Center for Korean Women and Politics (CKWP), eine der wichtigsten frauenpolitischen Organisationen Koreas unter Leitung von Dr. Son Bong-Scuk, für die verstärkte Beteiligung von Frauen in der Politik ein. Dazu werden Schulungskurse für jüngere und erfahrenere Frauen angeboten, Konferenzen, Workshops, und Studienreisen. Die Hanns-Seidel-Stiftung ist seit 1994 Partner von CKWP in diesem Anliegen und hat seitdem über 50 gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt, mit tausenden von Teilnehmerinnen. Umso erfreulicher war die Anwesenheit der Präsidentin des Landtags des Freistaats Bayern, Barbara Stamm, und der Vizepräsidentin der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Ursula Männle, Mitglied des Bayerischen Landtags, bei der Berichtstagung und Festkonferenz zum zwanzigjährigen Jubiläum von CKWP. Beide hoben in ihren Vorträgen die Wichtigkeit einer kontinuierlichen politischen Arbeit von Frauen, der Netzwerkbildung und der institutionellen Verbesserung für mehr Frauen in der Politik hervor. Auch waren sie von dem Engagement der Frauen unter Leitung von Präsidentin Dr. Bong-Scuk Son und Generalsekretärin Eun-Ju Kim, begeistert. Die bei der Lokal- und Kommunalwahl teilweise erfolgreichen, teilweise erfolglosen Kandidatinnen diskutierten auf der Berichtstagung lebhaft mit den beiden deutschen Gästen über ihre Erfahrungen. Insbesondere das System der Kandidatenaufstellung erweise sich als hohe Hürde für Frauen, in die Politik zu gehen.

Interview KBS mit Barbara Stamm : http://world.kbs.co.kr/german/program/program_seoulreport.htm



Teilnehmerinnen des Workshops
Als Teil der Jubiläumsveranstaltung wird die Hanns-Seidel-Stiftung für ihre
Unterstützung für Frauen in der Politik von CKWP geehrt; v.l.
Dr. Seliger, HSS Korea, Prof. Männle, Vizepräsidentin der Hanns-Seidel-Stiftung,
Dr. Son Bong-Scuk, Präsidentin von CKWP


 zurück>>>



[Home]