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Vom 29. November bis 05. Dezember 2009 befand sich eine Delegation des Komittees der fünf nordkoreanischen Provinzen auf Studienreise in Deutschland. Teilnehmer waren u.a. Herr Min Bong-ki, der Vorsitzende des Komittees, Herr Gwon Yeong-jun, Projekt Manager, Herr Im Geun-muk, Leiter der Mitarbeiterführung, Herr Han Yong-deok, Leiter der Verwaltung sowie Herr Kim Heung-jin vom Wiedervereinigungsministerium. Organisiert und begleitet wurde die Delegationsreise zum Thema „20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer – Lehren für Korea“ von Herrn Kim Young-Soo, Projekt Manager der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea.
Das Komittee der fünf nordkoreanischen Provinzen ist eine so genannte Exilverwaltung und vertritt von Seoul aus die Interessen der jetzigen nordkoreanischen Bevölkerung, vor allem auch die der nordkoreanischen Flüchtlinge aus den verschiedenen Regionen. Für jede Provinz gibt es einen jeweiligen symbolischen Gouverneur.
Die Studienreise führte die Gruppe von München über Mödlareuth und Leipzig nach Berlin. In München standen Termine bei der bayerischen Zentrale für politsche Bildungsarbeit, der Zentrale der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Bund der Vertriebenen auf dem Plan. Ebenso war ein Empfang in der bayerischen Staatskanzlei möglich, bei dem die Teilnehmer sich über die deutschen Erfahrungen bei der Wiedervereinigung im besonderen Bereich der Grenzregionen informieren konnten. Das Deutsch-Deutsche Grenzmuseum wurde in Mödlareuth besichtigt. Weiter in Leipzig konnte sich die Gruppe beim Besuch der so genannten „Runden Ecke“ einen Überblick über die Methoden der Unterdrückung durch den damaligen Staatssicherheitsdienst der DDR verschaffen. Ebenso wurde in Leipzig das zeitgeschichtliche Forum und die Nikolaikirch besucht, von der die berühmten Montagsdemonstrationen in Leipzig 1989 ausgingen. Außerdem gab es die Möglichkeit für ein Treffen mit Nordkoreanern, die nunmehr in Deutschland wohnen. In Berlin, der letzten Station der Studienreise, wurde die Stiftung für Wiederaufarbeitung der SED Diktatur besucht. Frau Dr. Anna Kaminsky, die Direktorin, sprach über die Aktivitäten der seit Anfang der 1990er Jahre aktiven Stiftung.
Am interessantesten für die Teilnehmer war sicherlich der Besuch beim Bund der Vertriebenen in München. Hier konnten sie sich über die deutsche Lösung bei der Integration von Ostdeutschen Flüchtlingen in Westdeutschland informieren. Dies gab ihnen vor allem Ideen für ihr eigenes Land, da seit einigen Jahren die Zahl der nordkoreanischen Migranten in Südkorea drastisch ansteigt. Auch wenn sich natürlich nicht immer das deutsche Beispiel auf Korea projezieren lässt, so kann Erfolg wie auch Mißerfolg doch einige Denkanstöße für die eigene Situation geben und deswegen sehr hilfreich sein beim eventuell zukünftigen Wiedervereinigungprozess geben.
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