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  Innovation und Technologie in Korea – Eine Internationale Perspektive
Richard Schenk, Vizepräsident der Wirtschaftskammer
Österreich während der Eröffnungsrede

Die Konferenz zum Thema „Innovation and Technology in Korea – An International Perspective“ wurde gemeinsam von der Wirtschaftskammer Österreich, der Universität Duisburg-Essen sowie der Hanns-Seidel-Stiftung Korea organisiert. Sie war eine Fortsetzung der von Jörg Mahlich (Wirtschaftskammer Österreich) und Werner Pascha (Universität Duisburg-Essen) initiierten Konferenz zum Thema „Innovation and Technology in Korea: Challenges of a Newly Advanced Economy“ im Jahr 2005. Damals standen die jüngsten Entwicklungen in Korea im Fokus, während die diesjährige Tagung den internationalen Vergleich in den Mittelpunkt rückte. Finanzielle Unterstützung wurde dankenswerterweise durch die Academy of Korean Studies in Seoul zur Verfügung gestellt.

Die zweitägige Konferenz bestand aus insgesamt drei Teilen. Nach der Begrüßung durch den Vizepräsidenten der österreichischen Wirtschaftskammer, Richard Schenz, sowie den Direktor des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen, Werner Pascha, konnten sich österreichische Designer im „Design Korea Forum“ über Einstiegsmöglichkeiten auf dem koreanischen Markt informieren. Herr Chul-Bae Lee, Leiter des strategischen Design und Planungsteams von LG Electronics in Seoul, stellte LGs neueste Innovationen und Entwicklungen vor. Zusätzlich gab Herr Lee einen interessanten Einblick in die koreanische Designkultur und den Anspruch der koreanischen Kunden vor allem im Hinblick auf das Design von Mobiltelefonen, welches sich markant vom westlichen Markt unterscheidet. Werner Somweber von der Wirtschaftskammer in Seoul wie auch Joachim Novak, Rechtsberater der Wirtschaftskammer und langjähriger Korea-Experte, gingen im Anschluss mehr auf die praktischen Punkte ein, die bei einer Aufnahmen von Businesskontakten in Korea für österreichische Desginer von Bedeutung sind.

Am Nachmittag begann der akademische Teil der Konferenz mit drei Vorträgen. (die Vorträge wurden jeweils von Korreferaten ergänzt, auf die hier nicht weiter eingegangen wird). Eine sehr gute Einführung in das Thema „Innovation und Technologie in Korea“ bot Micheal Keenan, Direktor für Wissenschaft, Technologie und Industrie bei der OECD in Paris. Die OECD hat gerade einen fast 300 Seiten starken Bericht über Koreas Innovationspolitik fertigstellt, der von Keenan vorgestellt wurde. Neben einer langen Liste von Schwächen im koreanischen Innovationssystem hat die OECD bei ihrer Recherche aber ebenso viele Stärken finden können wie auch zukünftige Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Anschließend verglich Keun Lee vom Ostasieninstitut der Seoul National Universtiät die Mobiltelefonindustrie Koreas mit der von Japan, China und Taiwan. Lee untersuchte insbesondere Muster von internationaler, intranationaler und zwischenbetrieblicher Wissensverbreitung im Aufholprozess der Mobiltelefonindustrie. Matthew Shapiro vom Illinois Institut für Technologie in Chicago, USA, referierte über Schlüsselfaktoren von Wachstum und Nachhaltigkeit in Nordostasien im Hinblick auf Innovationen. Dabei präsentierte er empirische Analysen zur Kuznets-Kurve zwischen wirtschaftlicher und ökologischer Entwicklung

Der erste Tag der Konferenz wurde mit einer Veranstaltung der Österreichisch-Koreanischen Gesellschaft (ÖKG) im Österreichischen Parlament abgerundet. Mitwirkende waren hier u.a. Heinrich Neisser, der Vorsitzende der ÖKG, sowie der koreanische Botschafter in Österreich, Yoon-Joe Shim. Harald Wögerbauer, Generalsekretär der ÖKG, hatte zuvor anregend durch die Räumlichkeiten des Parlaments geführt.

Der zweite Tag stand wieder im Zeichen der akademischen Konferenz. Chansoo Park vom Asien-Institut der Universität British Columbia in Vancouver, Kanada, referierte über den Einfluss der Unternehmenskultur auf den Wissenstransfer in internationalen Joint-Ventures. Dazu hatte er über vier Jahre lang mehr als 330 internationale Joint Ventures in Korea befragt. Ji Hong Kim von der KDI School of Public Policy and Management in Seoul stellte daraufhin Koreas Wachstum der letzten vier Jahrzehnte im internationalen Vergleich dar. Erfahrungen mit Fehlern, aber vor allem auch Erfolge erlaubten Lehren für heutige Entwicklungsländer, so seine These. In einer weiteren Präsentation stellte Jörg Büechl in einem gemeinsam mit Markus Pudelko (Institut für Internationale Wirtschaft der Universität Tübingen) vorbereiteten Beitrag eine interkulturelle Perspektive der Innovationsfähigkeit der koreanischen Wirtschaft dar. Sarah Kohls von der Hanns Seidel Stiftung Korea hielt einen mit Bernhard Seliger vorbereiteten Vortrag über die drei Innovationscluster der Provinz Gangwon an der Ostküste Koreas und beleuchtete damit regionale Aspecte der Innovationsförderung. Der abschließende Vortrag wurde von Margot Schüller vom Asieninstitut in Hamburg gehalten. Schüller untersuchte vor dem Hintergrund einer mit Markus Conlé und David Shim im Sommer in Seoul durchgeführten Untersuchung die Innovationspolitik der Lee Myung Bak Administration, insbesondere im Hinblick auf die Zusammenlegung verschiedener Ministerien.

Im nächsten Jahr sollen die zuvor begutachteten Beiträge in einer Publikation zusammengefasst und veröffentlicht werden.



Michael Keenan während der Vorstellung des OECD Berichts
über Koreas Innovationspolitik
Die Konferenz zog viele Teilnehmer in die WKÖ nach Wien


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